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Saturday, 5. January 2008Interview in der KWZ vom 4.Jan.2008"Ohne Disziplin ist im Triathlon nichts zu erreichen"INTERVIEW Der Abteilungsleiter der Skizunft-Triathleten, Hanspeter Diehl, sieht Handlungsbedarf in der Jugendarbeit Kornwestheim. Einmal im Jahr rücken die Triathleten der Skizunft in Kornwestheim in den Vordergrund - aber genau dann, wenn ihre eigentliche Leistung keine sportliche ist, sondern im Hintergrund geschieht: beim Kornwestheimer Triathlon. Ihr Abteilungsleiter Hanspeter Diehl zeigt sich im Gespräch mit Birgit Kiefer stolz darauf, dass die Triathleten organisatorisch eine Höchstleistung gezeigt haben und mit Klaus Herrmann einen deutschen Meister in ihren Reihen haben. Herr Diehl, Sie hatten dieses Jahr einen Wechsel an der Spitze bei der Triathlon-Organisation, aber wieder lief alles wie am Schnürchen. Sind Triathleten besonders flexibel? Wir hatten auch mal wieder tolles Wetter gepachtet, wie eigentlich fast jedes Jahr. Das allein wird den Erfolg wohl nicht ausgemacht haben, oder? Das Gute bei uns ist, dass wir nicht auf einzelne Führungspersonen angewiesen sind. Wir sind aufeinander eingespielt, ein Team, in dem jeder seine klaren Aufgabenbereiche hat. Ein paar Jahre lang habe ich den Triathlon organisiert, jetzt hat das Thomas Kurz übernommen. Seit wir den Triathlon austragen, hat es immer wieder Wechsel in der Leitung gegeben. Wir haben zum Glück einige Mitglieder, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Wie früher läuft es einfach nicht mehr in einem Verein, dass es einen Kopf gibt, der sich um alles kümmert, und wenn der weg ist, kommt niemand nach. Bei unserem Kornwestheimer Triathlon hilft jedes Abteilungsmitglied, das ist durch einen Beschluss aller Mitglieder festgelegt. So etwas geht nur in überschaubaren Vereinsstrukturen und zeigt mir, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind. Neben dem Sport muss der Verein auch ein wichtiger Ort sozialer Kontakte sein - die braucht jeder! Wenn man dies bieten kann, sind die Mitglieder auch bereit, sich zu engagieren. Wie viele Helfer hatten Sie denn in diesem Jahr? Rund 150. Haben Sie überhaupt so viele Aktive in Ihren Reihen? Nein. Wir haben nur rund 40 aktive Mitglieder, das würde nicht reichen für eine solche Riesenveranstaltung. Wir bekommen daher jedes Jahr Unterstützung aus unserem Hauptverein, der Skizunft, und von Bekannten, die eigentlich gar nichts mit unserem Verein zu tun haben, die den Triathlon in Kornwestheim aber einfach toll finden und erhalten wollen. Den fleißigen Helfern sind wir sehr dankbar. Hat sich die Rekrutierung eingespielt, oder wird es schwieriger, Freiwillige für Streckenposten oder für das Schwimmbad zu finden? Wir haben einen festen Helferstamm, das läuft alles über persönliche Kontakte. Nur wenn es mal einen Wechsel an der Spitze eines der Bereiche gibt, wird es wieder etwas schwerer, weil nicht gleich die Beziehungen da sind. Aber wir können uns absolut nicht beklagen und sind froh, dass das ehrenamtliche Engagement so toll funktioniert. Uns ist wichtig, dass wir den Triathlon durchführen können, weil wir den Kornwestheimern etwas bieten wollen. Wir freuen uns auch über jeden Kornwestheimer, der am Triathlon teilnimmt. Unsere Motivation dabei ist ja, Leuten zum Ausdauersport zu verhelfen. Es kommen auch immer sehr viele Einsteiger, die es zum ersten Mal in den drei Disziplinen versuchen wollen. Ihre Athleten dürfen in Kornwestheim aber nicht antreten. Was waren denn für die Abteilung die eigenen sportlichen Höhepunkte in diesem Jahr? Seit langem ist ja Klaus Herrmann unser absoluter Topathlet, und der hat sich in diesem Jahr zum zweiten Mal den deutschen Meistertitel in seiner Altersklasse in der Mitteldistanz geholt. In der olympischen Kurzdistanz in München kam er auf den dritten Platz. Beim Ironman auf Hawaii hat er wieder bei der Weltmeisterschaft über die Langdistanz gefinisht. Frank Saam hat die Gesamtwertung beim Multisportwettkampf Highlander am Illmensee gewonnen, wo er das erste Mal angetreten ist. Zu den bekannten Triathlondisziplinen drei Kilometer Schwimmen, 120 Kilometer Rennradfahren und 20 Kilometer Laufen kommen dort noch 20 Kilometer Inlineskaten und 44 Kilometer Moutainbikefahren hinzu. Bei den deutschen Meisterschaften in München wurde Mike Beuerle Neunter in seiner Altersklasse. Willi Simmler wurde bei der deutschen Meisterschaft über die Mitteldistanz in seiner Altersklasse Dritter. Beim Ironman Frankfurt hatten wir mit Jürgen Elsässer, Uwe und Gerry Lercher drei Finisher. In Zürich hat Thomas Ritzka zum ersten Mal bei einer Langdistanz gefinisht. Bei unseren Vereinsmeisterschaften gewann zum dritten Mal in Folge Peter Erhart. Klaus Herrmann und Mike Beuerle folgten auf den Plätzen. Bei den Damen gewann Sabine Albinus. Und was hat der Nachwuchs gemacht? Da haben wir auch einen guten Schritt geschafft. Ella Schmidt, Jahrgang 1992, hat im LBS-Nachwuchscup, einer Serienwertung aus sechs Wettkämpfen, den dritten Platz erreicht. Damit wurde sie in den Nachwuchskader des Landesverbands aufgenommen. Aber sie ist beinahe eine Einzelkämpferin mit hoher Selbstdisziplin. In der Jugend sind wir noch nicht so gut aufgestellt wie im Aktiven- und Seniorenbereich. Woran liegt das? Wir betreiben noch alle aktiv unseren Sport, da ist dann wenig Zeit, um den Nachwuchs intensiv zu betreuen. Ella Schmidt kann zum Glück noch beim Leichtathletikzentrum Salamander Kornwestheim/Ludwigsburg mitlaufen und -schwimmen. Der Trainingsaufwand ist vermutlich für einen Jugendlichen auch nicht gerade einladend, wenn man für drei Sportarten gleichzeitig fit werden soll? Triathlon ist tatsächlich erstens recht zeitaufwändig, zweitens braucht man eine relativ große Disziplin, und dann ist drittens hier im Land die Jugendarbeit der Vereine schon sehr ausgeprägt, so dass wir personell kaum mithalten können. Triathlon betreibt man erst mit zwölf, 13 Jahren intensiver, und dann sind die Jugendlichen schon bald in einem Alter, in dem die Motivation für den Sport über die Rückmeldung aus dem Sport, also über Erfolge, kommen muss, sonst weicht man auf andere Sportarten aus. Muss die Abteilung da nicht aktiv werden? Wir werden auch etwas unternehmen, um ab dem kommenden Jahr den Nachwuchs leistungsgerecht zu trainieren. Wir brauchen einen festen Trainer, dieses Ziel haben wir fest vor Augen. Kommt man aber nicht typischerweise erst im höheren Alter zum Triathlon? Wenn einem einfach nur Laufen oder Schwimmen oder Radfahren nicht mehr ausreichen? Die meisten unserer Mitglieder sind tatsächlich Breitensportathleten, die erst später zu uns stoßen. Wenn man Triathlon allerdings unter leistungssportlichem Aspekt betrachtet, fängt man am besten im Jugendbereich an. Früher hatten Quereinsteiger noch eine gute Position, aber das geht so nicht mehr. Dennoch zeichnet es Triathlon aus, dass in vielen Altersklassen Wettkämpfe auf hohem Niveau stattfinden. Die Faszination Triathlon, die Verbindung von drei Ausdauersportarten, zieht immer noch. Wir hatten im vergangenen Jahr wieder viele Teilnehmer bei Langdistanzwettkämpfen. Beim Kornwestheimer Stadtlauf haben wir gute Platzierungen erlaufen. Reinhold Oechsle hat es in der Gesamtwertung auf den zweiten Platz geschafft. Die vorher erwähnte Ella Schmidt ist bei den Jugendlichen sogar Erste geworden. Das sind unsere Erfolge. Wie sind Sie denn zum Triathlon gekommen? Ich war früher aktiver Skifahrer. Sport war immer etwas Wichtiges für mich. Darum habe ich nach einem Sport gesucht, den ich von der Haustür aus betreiben kann. Ich schwimme gerne, fahre gerne Rad, also lag es nahe, Triathlon zu machen. An Wettkämpfen nehme ich aus beruflichen Gründen aber kaum noch teil. Sport ist für mich ein Ausgleich zum Beruf, ich bewundere aber jeden, der Einsatz zeigt und sagt "Ja, ich kann trainieren" und das auch tut. Montag schwimmen, Dienstag Rad fahren, Mittwoch laufen und Donnerstag alles von vorn? Oder wie läuft so eine Woche im Triathleten-Alltag ab? Ganz nach Ehrgeiz. Vom Verein bieten wir montags Schwimmtraining mit anschließendem Lauf, dienstags im Sommer Radtraining an. Mittwochs gibt es eine zweite Radgruppe. Donnerstags ist Lauftraining, und die Wochenenden nutzen wir für längere Radtouren, auch im Winter. Unsere Topathleten tun aber mehr für ihre Fitness, nutzen oft auch Arbeitswege, fahren also beispielsweise mit dem Rad zur Arbeit oder laufen mal nach Hause. Ohne Disziplin ist im Triathlon wenig zu erreichen. Kommentare
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