Mit extremer Hitze hatten die Teilnehmer der Triathlonlangdistanzen im fränkischen Roth und beim IRONMAN in Zürich zu kämpfen. Normalerweise sind allein schon die zu bewältigenden Strecken von 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42 Kilometer Laufen eine enorme Herausforderung für die Athleten, jetzt kamen auch noch die hohen Temperaturen und starker Wind dazu.
In Roth war unter den 4000 Einzel- und Staffelstartern auch Gerhard Weiland von der Skizunft, der bei den internationalen deutschen Meisterschaften sein Debüt auf der Langstrecke gab. Nach zehn Jahren Erfahrung auf den kürzeren Strecken wagte er sich mit der gebotenen Vorsicht und intensiver Vorbereitung an dieses Abenteuer. Sein oberstes Ziel war das Ankommen, dies erreichte er auch noch in einer hervorragenden Zeit von 11.04 Std.(Platz 671). Schon beim Schwimmen im Main-Donau-Kanal legte er mit guten 1.12 Std. den Grundstein für ein optimales Rennen. Auf der windanfälligen Radstrecke durch das fränkische Hügelland kontrollierte er sein Tempo anhand der im Training ermittelten Pulswerte. Durch die enorm große Teilnehmerzahl ließ sich das Windschattenverbot nicht immer einhalten und es bildeten sich häufig Radpulks, auch Weiland musste dafür eine Zeitstrafe absitzen. Trotzdem wechselte er mit einer Radzeit von 5.32 Std. schon zum abschließenden Lauf, seiner an sich stärksten Disziplin. Doch die Kombination der drei Sportarten stellt vor allem beim Laufen ganz andere Anforderungen an die Wettkämpfer als beim reinen Marathonlauf. Auch Weiland musste nach mehr als sechs Stunden Vorbelastung sein gewohntes Lauftempo deutlich reduzieren um die Gefahr eines Leistungseinbruchs zu vermeiden so dass er nach 4.05 Std. für den Marathon seinen Zieleinlauf vor der großen Kulisse in Roth genießen konnte.
Gesamtsieger wurde in genau acht Stunden der Australier Chris McCormack vor Hawaiisieger und neuem Deutschen Meister Faris Al Sultan aus München.
Beim IRONMAN in Zürich vertrat Klaus Herrmann die Farben der Kornwestheimer Skizunft unter 1700 internationalen Wettkämpfern über die gleichen Distanzen wie in Roth. Das Rennen in der Schweizer Bankenmetropole ist vor allem durch seine anspruchsvolle Radstrecke und die tolle Kulisse mit dem großen See vor den Glarner Alpen bekannt. Beim für die Zuschauer beeindruckenden Massenstart aller Teilnehmer konnte Herrmann, durch seine Erfahrung aus vielen großen Rennen, dem größten Gedränge ausweichen und fand früh eine gute Linie zwischen den Richtungsbojen, was sich in einer guten Zeit (1.02 Std.) auswirkte. Ein gewohnt schneller Wechsel aufs Rad und es ging ab auf die Runde, erst entlang am Ufer des Zürichsee und dann die langen und schweren Anstiege hinauf. Es folgten rasante Abfahrten mit Spitzengeschwindigkeiten nahe der 100 km/h. Dieser ständige Wechsel zeichnet den Kurs aus und erschwert die Krafteinteilung der Athleten über die langen Strecken enorm, dazu kamen noch starker Wind und extrem hohe Temperaturen. Unter diesen Voraussetzungen lag die Radzeit von 5.24 Std. für Herrmann voll im Plan. Nach einem erneut guten Wechsel fand er aber auf den ersten Kilometern nur schwer in seinen Laufrhythmus. Dies besserte sich zusehends und die Kilometerzeiten wurden besser. Doch kostete die hoch stehende Sonne auf den schattenlosen Passagen viel Schweiß, mit dem auch wichtige Mineralstoffe verloren gingen. Dies machte Herrmann mit schmerzhaften Krämpfen in den Beinen zu schaffen, die ein flottes Laufen nicht mehr zuließen. Er war froh, nach 11.07 Std. auf Gesamtplatz 490 das Ziel zu erreichen, viele Mitstreiter hatten mit denselben Problemen zu kämpfen und mussten sogar deshalb das Rennen abbrechen.
Sieger bei den Männern wurde in 8.16 Std. der Schweizer Stefan Riesen deutlich vor seinem Landsmann Mathias Hecht.