In zehn Monaten sind so bei den acht Aktiven die unglaubliche Zahl
von rund 57.000 Trainingskilometer im Wasser, auf dem Rad und zu Fuß
zusammengekommen. Durch verschiedene Trainingslager und Leistungstests
wurde die Ausdauerfähigkeit jedes Einzelnen gezielt aufgebaut und
ausgebildet, ebenso wurde an vorhandenen Schwächen mit individuellen
Einheiten gezielt gearbeitet. Das konsequente führen von
Trainingstagebüchern mit monatlichen Auswertungen unterstützte die
Sportler in der Vorbereitung. In Florida erwartet die Skizünftler dann
ein Starterfeld mit weit über 2000 internationalen Teilnehmern, von den
Profis der Weltspitze bis zu den leistungsorientierten
Freizeitsportlern, die in den Altersklassen um die begehrte
Qualifikation zu den Weltmeisterschaften 2010 auf Hawaii kämpfen.
Florida-
und Hawaiierfahrung haben bereits Mike Beuerle, amtierender
Skizunft-Vereinsmeister und Klaus Herrmann mit 53 Jahren der Älteste
der Gruppe. Beide sind in sehr guter Form und hoffen dieses Jahr erneut
an ihren Streckenrekord von 9.58 Stunden heranzukommen. Mit über
20-jähriger Triathlonpraxis können beide mit der notwendigen
Gelassenheit ins Rennen gehen. Uwe Lercher und Frank Linkhauer haben
dieses Jahr beide schon beim IRONMAN - Klagenfurt gefinisht und wollen
nun im zweiten Anlauf erneut an ihre Grenzen gehen. Frank Linkhauer,
mit 35 Jahren der Jüngste im Team, setzt voll auf seine Laufstärke und
rechnet ebenfalls mit einer Endzeit unter zehn Stunden. Uwe Lercher
möchte versuchen, die in seiner stärksten Disziplin dem Radfahren,
erreichte Platzierung im Laufen möglichst lange gegen die starke
Konkurrenz zu verteidigen. Sein Leitsatz für Florida: frisch gewaschen
aufs Rad sitzen, alles geben und danach gemütlich auslaufen!
Skizunfttrainer
Jürgen Elsässer hat seinen Sportkameraden mit wöchentlichen Übungen zur
Rumpfstabilisierung und mit Schulung der Lauftechnik zu besseren
Bewegungsabläufen verholfen. Für sich selbst hat er einen akribischen
Trainingsplan entworfen, den er auch sehr gewissenhaft verfolgt hat.
Damit hat er die Voraussetzungen geschaffen, bei seiner vierten
Langdistanz eine neue persönliche Bestzeit zu erreichen. Nicht ganz so
perfekt verlief der Trainingsaufbau bei Jürgen Friedrich. Er hat sich
zu seinem ersten Einsatz auf der langen Strecke entschlossen, musste
aber sein Training mit den Zeitansprüchen seines kleinen Sohnes unter
einen Hut bringen. Trotzdem ist er optimistisch bei seinem Debut die
Herausforderungen zu bestehen und ein gutes Ergebnis abzuliefern.
Alexander
Paa und Thomas Ritzka haben sich erstmals dem gemeinsamen
Langdistanztraining der Skizunft angeschlossen, sie erhoffen sich
dadurch deutliche Leistungssteigerungen. Alexander Paa muss durch seine
ausgeglichenen Leistungen in allen Teildisziplinen keine Schwächen
fürchten, er kann sich von Abschnitt zu Abschnitt ans Ziel
heranarbeiten. Er war in den letzten Monaten sehr konsequent und hat
seine Form deutlich verbessert. Das Motto von Thomas Ritzka lautet: das
Schwimmen überstehen, auf dem Rad kontrolliert nach vorne arbeiten und
beim Laufen alles geben, dann steht einem erfolgreichen Finish nichts
im Weg. Er will die 11-Stundenmarke deutlich unterbieten, was bei
normalem Rennverlauf kein Problem sein dürfte.
Die Entscheidung
auf der Langstrecke steht und fällt mit einem guten Marathonlauf. Nur
wer seine Leistungsfähigkeit richtig einschätzt und einsetzt, kann ein
erfolgreiches Rennen abliefern. Während zehn und mehr Stunden
Ausdauerbelastung gibt es genügend ungeplante Situationen, auf die
spontan die richtige Entscheidung getroffen werden muss, sei es bei der
Ernährung, den äusseren Bedingungen, technischen Problemen oder dem
garantiert irgendwann auftauchenden Leistungstief. Dann sind
Durchhaltewillen und Motivationskunst gefragt um sich bis zur Ziellinie
durchzubeißen. Durch das gemeinsame Training innerhalb des
Skizunftteams konnten schon im Vorfeld viele Tipps und Erfahrungen
ausgetauscht werden, die eine persönliche Krise im Wettkampf
hoffentlich zu überstehen helfen. Ob die individuellen Ziele und
Wünsche alle umzusetzen sind, werden die Form und die Bedingungen am
Tag X zeigen, die Voraussetzungen dazu haben die Kornwestheimer
"Eisenmänner" geschaffen.